Informationstechnologien im Sport - Der Laptop-Trainer

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Nachdem Mehmet Scholl den Begriff des ‘Laptop-Trainers’ salonfähig gemacht hat, wird das Thema der Digitalisierung im Sport in Fußball-Deutschland heiß diskutiert. Die digitalen Hilfsmittel helfen Cheftrainern, sowie dem Trainer- und Funktionsteam bei der täglichen Arbeit im Profigeschäft . Viele Vereine schließen sich dem ‘digitalen Wettrüsten’ an. Andere nicht.

Der digitale Wandel ist in der heutigen Zeit ein zentrales Thema, auch im Fußballsport. Mehr und mehr Trainer schwören auf die Unterstützung von IT-Systemen und Software. Sicher gibt es immer noch Trainer, die sich ausschließlich auf Stift und Papier fokussieren. Doch digitale Technologien, wie beispielsweise GPS-Tracker, Herzfrequenzmessung während der Belastungszeit oder Kameras auf dem Trainingsplatz zur Spielanalyse, sind mittlerweile zentrale Bestandteile der Trainingsarbeit vieler Proficlubs. Die gemessenen Zahlen und Daten dienen als Variable zum Leistungsvergleich und sind Grundlage vieler Entscheidungen des Trainerteams.

Eingebaute Erfolgsgarantie?

Vor allem der neuen Trainergeneration wird nachgesagt, aufgrund der vielen Daten und Statistiken, den Fußball zu “verkopfen”. 4-3-3, 5-3-2 oder 4-1-4-1, die Spielsysteme sind wahrscheinlich flexibler als je zuvor und verändern sich mehrmals innerhalb der alles entscheidenden 90 Minuten, je nach Spielsituation und Eigendynamik des Spiels. Schon während den Partien sitzen Analysten mit mobiler Ausstattung auf der Tribüne und analysieren das Spielgeschehen live. So hat der Trainer in der Halbzeitpause die Möglichkeit, auf relevante Daten zurückzugreifen und auf das aktuelle Geschehen zu reagieren. Aber auch die digitale Unterstützung ist keine eingebaute Garantie für den Erfolg des Teams. Im Sport gibt es viele spielentscheidende Variablen, wie Motivation, Spielglück oder äußere Umstände, die den Verlauf und die Charakteristik eines Spiels prägen.

Variable zur Trainings- und Belastungssteuerung

In einem Punkt sind sich die meisten Trainer aber einig. Die Daten, die erhoben werden, können optimal zum Überblick und zur Evaluation von Leistungsverläufen eines Spielers über einen längeren Zeitraum verwendet werden. So kann man eventuellen Leistungsrückgängen mit entsprechenden Maßnahmen entgegenwirken. Bei erkennbaren Ermüdungserscheinungen kann man den Spieler schonen oder regenerative Trainingseinheiten anordnen. Sollten die Spieler nicht ausgelastet sein, kann der Trainer die Intensität erhöhen. Der digitale Helfer gibt dem Funktionsteam eine wertvolle Hilfestellung, die man mit bloßem Auge oft nicht sieht. Durch die Analysearbeit kann der Trainer zum richtigen Zeitpunkt eingreifen und schützt somit die Spieler, was wiederum zur optimalen Belastungssteuerung beiträgt.

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Die vereinsinterne Datenbank

Ein wichtiger Faktor im heutigen Profisport ist die Vernetzung aller Teammitglieder . Der Trainer und sein Team müssen sich über gesammelte Daten austauschen und von überall mobil darauf Zugriff haben. Egal ob vom Büro im Nachwuchsleistungszentrum, im Mannschaftsbus auf dem Weg zum Spiel oder von der Wohnzimmercouch in den eigenen vier Wänden. Die vereinsinterne Datenbank dient als zentrale Plattform, in der alle relevanten Daten zu den Spielern, dem Team um das Team, Training und Spiel, sowie sportmedizinischen Themen und Scouting zusammenlaufen. Pflege und kontinuierliche Arbeit sind dabei sehr wichtig. Wenn das ganze Funktionsteam akribisch mit der Plattform arbeitet, ist die interne Datenbank der Grundbaustein langfristig erfolgreicher Vereinsarbeit.

Zurück zu Stift und Papier?

Der Digitalisierung stehen viele Trainerinnen und Trainer skeptisch gegenüber. Vor allem der Aspekt des Datenklaus beschäftigt einige. Das ist ein Grund der Kritiker, sich lieber auf Altbewährtes zu verlassen. Jedoch sollte die Unterstützung von Informationstechnologien nicht unterschätzt werden. Sie erleichtert die tägliche Trainingsarbeit und Organisation des Teams, unterstützt bei Entscheidungen, wenn es beispielsweise ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen zwei Spielern gibt, und kann zur gerechteren und schnelleren Entscheidungsfindung beitragen. Immer mehr Fußballvereine, auch im Amateur- und Breitensport, statten sich mit Datenbanken aus. Digitale Technologien haben sich zu einem ‘must-have’ im Sport entwickelt. Fast genauso wie das von Mehmet Scholl beworbene Statussymbol für all diejenigen, die kein Statussymbol brauchen.

Euer Team von planet.training

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